Samstag, 21. November 2009

Berliner Gazette - Fluesse sind keine Grenzen von Philipp Geist (Riverine Zones)

Fluesse sind keine Grenzen

Wie ich die Spree in den Bangkok River fliessen lasse


[ ] Protokoll: Philipp Geist [1], Kuenstler [2]


Das Element Wasser hat schon immer eine grosse Faszination bei mir ausgeloest, vor allem visuell. Das stundenlange Betrachten des Wasserspiels, der Spiegelungen von Farben, Formen und die Abstraktion durch Wellen und Wind - immer neue Reflexionen und Strukturen anzusehen und zu entdecken, den staendigen Fluss und Fortlauf dieses Elements. Dabei geniesse ich, Zeit in der Natur und am Ufer zu verbringen, und vor allem die Stille.


Bei wasserdichter Kleidung denke ich in erster Linie an die gelben Regenjacken, die vor allem in Norddeutschland und auf den Inseln getragen werden. In meiner Kindheit war meine Familie mit mir des Oefteren wegen der guten Seeluft auf Norderney und in Schleswig-Holstein.


Nun ist die Frage, ob wir uns nicht von der Natur isolieren, wenn wir diese wasserdichte Kleidung tragen und somit vielleicht auch das soziale Moment des Wassers aussperren, naemlich dass es verbindet. Aber es besteht die Gefahr, dass durch die Privatisierung der Suesswasser-Quellen dieses lebensnotwendige Element, welches jedem Menschen zustehen sollte, nicht unsozial und ungerecht verteilt bzw. kontrolliert wird. Ohne Oel kommen wir aus, aber nicht ohne Sauerstoff und Wasser.


Es gibt circa drei Prozent Suesswasser-Vorkommen auf der Welt, 97 Prozent des Wassers ist nicht trinkbares Salzwasser. Die Ungerechtigkeit, dass Millionen von Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben und sich diese Entwicklung sich auch noch zunehmend verschlechtert, schockiert und veraergert doch sehr.


Wenn die Rede auf das Meer als Metapher des Sozialen faellt, denke ich an das wunderbare Gemaelde "Der Moench und das Meer" von Caspar David Friedrich, eines meiner Lieblingsbilder und auch an die beeindruckende Fotoserie "Seascapes" von Hiroshi Sugimoto. Das verdeutlicht auch, dass ich bei der Metapher "Meer" an Weite, aber auch Isolation und Einsamkeit denke.


Bei meinem langfristigen Wasser-Projekt Riverine Zones, bei dem ich verschiedene internationale Fluesse und Baeche unter Wasser filme, ist der soziale Aspekt des Themas Wasser insofern vertreten, als dass alle Fluesse und Aufnahmen, die ja letztendlich auch fuer verschiedene Weltregionen stehen, in verschiedenen Installationsformen und Ausstellungen unabhaengig ihrer Groesse und Bedeutung gleichberechtigt dargestellt werden.


Ein wesentlicher Ansatz dieses Kunstprojektes ist es, keine Grenzen aufzuzeigen, sondern Grenzen mit Hilfe der Fluesse als Metapher fuer Einheit und Vernetzung zu ueberschreiten bzw. zu verbinden. Dies erreiche ich unter anderem durch meine Installationsform, bei der ich Satellitenaufnahmen von den verschiedenen Stellen, an denen ich bisher gefilmt habe, zu einem langen, fiktiven Fluss zusammenfuege. In dieser Installationsansicht fliesst z.B. der Chicago River in die Spree, und dieser dann in den Bangkok River.



1. mail[at]p-geist.de
2. www.p-geist.de
3. www.riverine.videogeist.de
4. en.wikipedia.org/wik...
5. www.youtube.com/wat...



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Mittwoch, 23. September 2009

Liquid Memory / Riverine Zones Video-installations of Philipp Geist (Berlin), monastery gardens of family Hütte

Luminale Philipp Geist - Liquid Memory in Oberwesel_Collage02


550 km Oberwesel
Liquid Memory / Riverine Zones
Video-installations of Philipp Geist (Berlin), monastery gardens of family Hütte,
Monastery gardens and sacristy, Oberstr. 11
Fr 20-24h / Saturday 20-24h / Su 20-23h

The artist Philipp Geist (Berlin) shows his video installation „ Liquid Memory“ in the church ruins and in the sacristy of the former Minorite cloister in Oberwesel. In his installation Philipp Geist picks out the element water as a central theme and puts this in the immediate connection to the historical place and the Rhine Valley. Water and time are the constants in the oeuvre of Philipp Geist. He works with the media videoinstallation, audio/visual performance, painting and photography. His projects integrate space, sound and moving image.

With this installation, the artist renounces the use of canvases and projects directly onto parts of the former cloister facade, the ruins and onto fog as a transpartent and volatile projection-ground. An interaction between the concrete and tangible wall and the clear evaporating projection will bring together time and space.

Geist will exhibit his long term water-project ´Riverine Zones´ in the former sacristy. This video-space installation takes the viewer on an exploratory expedition through international rivers. The artist makes a world visible which is so near and yet so distant to us. With an underwater camera he roams through all zones of the river: the ground, the deep or shallow water and the surface. Thus originate Geist´s partly minimum-puristic, partly colour-intensive, dream-like and shadowy-breakable image compositions. Geist covers– from the water perspective– also the bank area, from which, using another English term -„riverine“- the project receives its name.

Profile:
Philipp Geist, born in 1976 in Witten, grown up in Weilheim (Bavaria), lives in Berlin since 1999. He works internationally in the media video installation, audio visual performances, painting and photography. Among others he has exhibited in 2002: Pinakothek der Moderne, Munich. In 2004: Sonar Festival Barcelona, Mutek festival Montreal, Dissonanze festival, Rome. In 2005: Zurich, Winterzauber, video installation. In 2006: Salon Noir, New National Gallery Berlin. In 2007: Riverine video installation, Three Walls Gallery, Chicago; Video installation Time Lines Palazzo delle Esposizioni, Rome. In 2008: Kulturforum Berlin, Time Fades Australia Melbourne, Urban Screens– Riverine Movie Screening. In 2009: Geneva Palais Eynard, Parc des Bastions, Mapping festival…

www.kulturhaus-oberwesel.de
www.videogeist.de, www.p-geist.de




Created with Admarket's flickrSLiDR.

Donnerstag, 10. September 2009

Montag, 24. August 2009

Riverine - 1st Asian River in Bangkok !

Riverine filmed 1st asian river in BANGKOK

Chao-Phraya-Strom (Maenam/ wörtlich Mutter des #Wasser)

(river nr.21)

http://bit.ly/IQSED

Freitag, 24. Juli 2009

Privatisierung der Brandenburgischen Seen verhindern

Liebe Leute,

die Bundesregierung plant offenbar, eine ganze Reihe von Seen und
Gewässern in Brandenburg und anderen ostdeutschen Bundesländern über die
Bodenverwertungsgesellschaft zu privatisieren. Informationen dazu gibt
es unter

http://www.hauptstadtblog.de/article/5741/privatisierung-im-anmarsch
http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11561785/62249/Der-Verkauf-ehemals-volkseigener-Gewaesser-sorgt-weiter-fuer.html

Bis morgen (Freitag, den 24.7.) kann eine Online-Petition dagegen
unterzeichnet werden. Die Petition benötigt 50.000 Unterzeichner, damit
das Thema im Bundestag behandelt wird. Sie ist lange Zeit nicht richtig
in Gang gekommen und hatte bis vorgestern nur ca. 5.000 Unterzeichner.
In den letzten beiden Tagen sind 10.000 hinzugekommen.

Ich habe gestern von dem Vorhaben und der Petition erfahren und finde
die Sache sehr wichtig. Wir wollten neulich am Griebnitzsee in Potsdam
spazieren gehen, wo es bisher einen schönen, öffentlich zugänglichen
Uferweg gab. Inzwischen haben dort einige Seegrundstücksbesitzer ihr
Grundstück samt Uferweg für die Öffentlichkeit gesperrt. Das Ergebnis:
Man kann dort nicht mehr spazieren gehen, und die Stimmung vor Ort ist
explosiv.

Wenn Ihr die oben verlinkten Artikel gelesen habt und meine Sorge teilt,
unterzeichnet bitte die Online-Petition und leitet diese Mail an Freunde
und Bekannte weiter, die sie auch interessieren könnte. Die Petition
findet Ihr unter

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=4525

Man muss sich registrieren und die Anmeldung bestätigen, dann kann man
die Petition (und ggf. auch andere, deren Anliegen man teilt) unterzeichnen.

Mit Dank für Eure Aufmerksamkeit und herzlichen Grüßen
Anselm

Sonntag, 14. Juni 2009

Berlin - 48 Stunden Neukölln




Berlin - 48 Stunden Neukölln

toiletten 27
Wildenbruchbrücke / Weigandufer
12045 Berlin

Internet: http://www.kunstraumt27.de

Kunst & Ausstellung

stadtlandfluss

Ort: toiletten 27

Fr 26.06 | 19:00 - 24:00
Sa 27.06 | 14:00 - 24:00
So 28.06 | 14:00 - 19:00

Das stille Örtchen am Neuköllner Schifffahrtskanal wird auch in diesem Jahr wieder zum Leben erweckt. Oben und unten, Innen und außen, Stadt und Natur fließen in den toiletten27 zusammen, und eröffnen sinnliche Ein- und Ausblicke auf die Stadt als Organismus.
Mit Objekt-, Video- und Sound-Installationen, Zeichnung, Musik und Performance reflektieren internationale KünstlerInnen die Schichten und Geschichten dieses (fast) öffentlichen Raumes in der grünen Unterwelt Neuköllns.

Beteiligte KünstlerInnen:
Philipp Geist (Riverine Zones) Videostills
Wasser-Video-Projekt 'Riverine Zones'
http://www.riverine.videogeist.de/
http://www.vimeo.com/4284047
http://riverinezones.blogspot.com/

und
Cihangir
Maïa Fleure
Geraldine Hudson
Miguel Angel Fernandez und Belén Alarcón
Hanno Raichle
Eva Alexandra Stueben
The Room
Armin Mobasseri und Philipp Röhl

http://www.48-stunden-neukoelln.de/2009/en/programm.html?eid=696
http://www.48-stunden-neukoelln.de/2009/de/programm.html?eid=772
http://www.kunstraumt27.de/toiletten27.html

Mittwoch, 13. Mai 2009

Riverine Zones Bilderserie auf Spree2011 (Berlin)


Riverine Zones Text auf Spree2011 (Berlin)
http://spree2011.de/de/bildserien/riverine/


Riverine Zones
Text von Viola Fissek © 2009

Wasser und Zeit sind die Konstanten im Werk von Philipp Geist. Der Künstler, Autodidakt und Wahl-Berliner arbeitet international in den Medien Videoinstallation, Audio/Visuelle Performance, Malerei und Fotografie. Seine Projekte sind in erster Linie gekennzeichnet durch ihre Integration von Raum, Ton und Bewegbild.

Die Video-Raum-Installation ''Riverine Zones'' nimmt den Betrachter mit auf eine Entdeckungsreise durch internationale Flüsse. Der Künstler macht eine Welt sichtbar, die uns so nah und gleichzeitig doch so fern ist. Mit einer Unterwasser-Kamera streift er durch alle Zonen des Flusses: den Grund, das tiefe oder seichte Wasser und die Oberfläche. Er bezieht auch, aus der Wasserperspektive, das Ufergebiet mit ein, dessen englische Bezeichnung „riverine“ sogar Namensgeber des Projekts wurde.

Flüsse sind Teil unserer Lebenswelt, wir betrachten sie aus dem Auto, befahren sie auf Ausflugsdampfern oder sitzen an ihren Ufern. Man hat eine Vorstellung davon, wie es dort unten aussieht, Dokumentationen über Fische und Wasserpflanzen haben uns konkrete Bilder geliefert. Doch wer weiß, was dort unten jenseits aller Forschungen und dokumentarischer Auslese passiert, wenn der Kamera-Sucher nicht auf die Pirsch nach bestimmten Arten und geologischen Erscheinungen geht. Bei dem Projekt Riverine liegt der Fokus auf fotorealistischen Aufnahmen, nach Naturereignissen in Echtzeit, denn der Ansatz ist nur teilweise dokumentarisch. Der Betrachter der Videoinstallation ''Riverine Zones'' versinkt vielmehr in einem alternativen Zeit-Raum, dessen ganz eigene Gesetze und Bewegungen er auf sich wirken lässt.

Und doch zeigen die Filme keinen rein zufälligen Ausschnitt des Lebens im Fluss, und keine beliebigen Aufnahmen. Philipp Geist steht am Ufer und auf Brücken und führt die Kamera. Sie wird an ihrem langen Kabel abgeseilt und lässt sich mit den Wogen des Wassers treiben. Strömung und Fließgeschwindigkeit nehmen zwar starken Einfluss auf ihre Bewegungen, weshalb Kameraschwenks und -bewegungen nicht in der gleichen Art und Weise möglich sind wie an Land, jedoch sieht Geist die Aufnahmen auf einem neben ihm stehenden Monitor und kann dadurch beeinflussen, was er wie lange und auf welche Weise filmt.

So trifft man auf vielerlei Lebewesen der Flora und Fauna, Gestein oder Unrat, oder aber die Kamera blickt ins Leere, man sieht Partikel schweben, Blasen aufsteigen oder nur ein undurchdringliches Grau. Die Ästhetik der Bilder ist teils dokumentarisch, teils fremdartig, grob und pixelig, teils fehlbelichtet, unscharf, farbintensiv oder auch monochrom. Die Kamera entführt uns in einen Unterwasser-Weltraum, den wir nicht kennen, der vielmehr durch die Kamera erst entsteht. Neben der Art der Aufnahme und Führung der Kamera ist es auch die Auswahl von verschiedenen speziellen Unterwasserkamera-Typen, die durch ihre eher einfache Bauart und durch die gelegentliche Verwendung von Lichtstrahlern die Welt verfremdet darstellen und bewirken, dass eine ganz ungewöhnliche Farbigkeit und Überzeichnung der Bilder entstehen.

Man fühlt sich vom Leben an der Luft abgeschnitten, in eine unmittelbare Parallelwelt ab- und eingetaucht. Selbst wenn Geist mit der Kamera, die dann halb aus dem Wasser ragt, das Ufer filmt, ist uns unsere gewohnte Umwelt durch diese andere Sichtweise fremd, nicht zuletzt wegen der fehlenden, uns bekannten Geräusche der Außenwelt. Unterlegt ist das Bild mit monotonem Unterwasser-Sound. Beim Betrachten fühlt man sich wie ein Schwimmer, der auftaucht und dem fehlendes Raumgefühl, ungewohnte Töne und eine Perspektive von schräg unten die Orientierung erschwert.

So werden vor allem wohlbekannte Stadtansichten neu erfahrbar gemacht. Von den Aufnahmen, die in dem langfristig angelegten Projekt von bereits 19 Flüssen gemacht wurden, zeigen einige Filme Haupt- bzw. Großstädte in Europa und Nordamerika. Ströme, Flüsse und kleine Bäche werden aber in der Installation gleichberechtigt präsentiert. Erweitert werden soll das Projekt auch um Flüsse aus anderen Kontinenten, vor allem Asien und Afrika.

Philipp Geist stellt die Unterwasserwelten verschiedener Metropolen und Orte gegenüber: Das klare Wasser eines Flusses steht im Kontrast zu einem Kanal voller weggeworfener Dinge, wie etwa Dosen, Straßenschilder oder auch Fahrräder. Mit der Herangehensweise eines Suchenden spürt er mit Unterwasser-Videokameras Lebewesen und Pflanzenwelten auf. Aspekte des menschlichen Umgangs mit der kostbaren Ressource Wasser in unterschiedlichen Regionen der Welt werden so zu Tage befördert. Die Brisanz von Umweltthemen und die Bedeutung von Umweltschutz wird dem Betrachter nicht mit dem erhobenen Zeigefinger ins Bewusstsein gebracht, eine Herangehensweise, auf die mancher schon abwehrend und resigniert reagiert. Vielmehr wird auf ungewohnte und subtile Weise nahegebracht, wie schön, rätselhaft und in letzter Konsequenz schützenswert die von unseren Giften bedrohten Lebenswelten sind.

Zusätzlich zur Verwirrung durch ungewohnte Bewegungsabläufe und Perspektiven wird die Orientierung des Betrachters durch die Art der Präsentation der Videoaufnahmen und Video-Standbilder erschwert: Geist ermöglicht mit seinen Ausstellungskonzepten ein Eintauchen in die Bildwelten nicht nur eines einzigen Flusses, sondern vieler Fließgewässer gleichzeitig. Diesen Eindruck bekommt man gerade bei wandfüllenden Projektionen mit mehreren Videoprojektoren. Die gewohnte körperliche Zuordnung zu einem Ort wird gestört und das teils realistisch wirkende Bild vermittelt dem Betrachter eine Gleichzeitigkeit der Verortung.

Das Projekt wird immer für den jeweils vorhandenen Ausstellungsraum neu konzipiert. So besteht die Möglichkeit, gerade auch in kleineren Räumen die Filme auf Monitoren zu zeigen, die auf- oder nebeneinander stehen. So entsteht eine neue Räumlichkeit, in der das Geometrische, Fixierte und Technische des Monitors dem Fluss bzw. Wasser mit seinen typischen Merkmalen, nämlich das Natürliche, Flüssige und nicht Greifbare, einen Rahmen und eine Form gibt.

Weitere Ausstellungsversionen ermöglichen die Integration von Videostandbildern in Fotoformat. Diese können die Raumstruktur auf ganz unterschiedliche Art und Weise unterstützen. Zum Beispiel werden Videostills aneinandergereiht, so dass eine Tapete aus Flussbildern entsteht, die in ihrer Dichte ein Kaleidoskop von Fluss-Momentaufnahmen bildet. Auch hier wird den organischen Motiven eine Struktur entgegengesetzt, die im Ganzen ein Eintauchen ermöglicht und erneut eine Art Gleichzeitigkeit schafft. Die Zeit ist eingefroren und das Wasser zum Stillstand gekommen. So kann man in Ruhe betrachten, was das Auge normalerweise nicht fassen kann. Strukturen und Bewegungsformationen, aber auch Lichtspiele und zufällige Formen kommen zum Vorschein, die ohne Kamera unentdeckt geblieben wären. Einmal mehr hat die Fotografie im weiteren Sinne das Flüchtige festgehalten, und zwar nicht nur die Zeit, sondern auch das Wasser.

Ein weiterer Bestandteil des Projektes sind Satellitenbilder von Google Earth. Diese markieren die Stellen, an denen die Kamera ins Wasser gelassen wurde. Es wird eine relativ genaue Lokalisierung der Unterwasserfilme vorgenommen und auch die flussnahe Umgebung aus der Vogelperspektive gezeigt. Die Aufnahmen hängen in mäandernden Formationen an der Wand. So stellt Philipp Geist den Netzwerkgedanken bildlich dar, den er beim Sammeln seiner Flüsse verfolgt. Ein Fluss fließt buchstäblich in den anderen, da die Ausschnitte der jeweiligen Flüsse aneinandergefügt werden. Dazwischen sind Monitore in der Größe eines Fotos platziert, die den Makroblick der Satellitenbilder um einen Mikroblick der Unterwasser-Aufnahmen ergänzen.

Bisher gefilmte Flüsse:

Chicago River (Chicago / USA)
Dâmbovita (Bucharest/ Rumänien)
Donau (Regensburg)
St. Laurent (Montreal/ Kanada)
Daugava (Riga/ Lettland)
ISAR (München/ Deutschland)
Thames (London/ England)
Regent Canal (London/ England)
Tiefenbach (Polling/ Deutschland)
Spree (Berlin/ Deutschland)
Elbe (Dresden/ Deutschland)
Elbe (Hamburg/ Deutschland)
Ammer (Weilheim/ Deutschland)
Rhein (Cologne/ Deutschland)
Ruhr (Witten a.d. Ruhr/ Deutschland)
Amstel & IJ (Amsterdam/ Niederlande)
Weser (Bremen/ Deutschland)
Neckar (Stuttgart/ Deutschland)
Tevere/ Tiber (Rom/ Italien)

Die Videostandbilder werden als Editionen herausgegeben. Weitere Informationen auf:

Philipp Geist
www.p-geist.de
www.videogeist.de

Riverine Zones
http://riverine.videogeist.de
http://riverinezones.blogspot.com


Die Autorin

Viola Fissek hat Europäische Ethnologie und Anglistik in Berlin und London studiert. Sie arbeitet als Autorin, Reisejournalistin und Übersetzerin in Berlin. Ihre Hauptinteressen liegen in der Stadt-, Mode- und Alltagsgeschichte und der Biographieforschung.

Neben Tätigkeiten in einer Berliner Werbeagentur und in einem Kunstverlag schreibt sie seit 2003 Projekt- und Pressetexte über Philipp Geists Werke und unterstützt ihn inhaltlich und konzeptionell bei seinen Installationsprojekten.

Donnerstag, 7. Mai 2009

Riverine Zones at Vimeo






Mittwoch, 18. Februar 2009

Berlin Galerie Zagreus-Projekt - Tauchgänge von Philipp Geist VERLÄNGERT BIS MITTE MAI !!

ZAGREUS PROJEKT
Koch/Kunst/Galerie
Brunnenstraße 9a
10119 Berlin


25.02 - Aufgrund des großen Erfolgs bis Mitte Mai 2009 VERLÄNGERT

TERMINE mit Menü 4 TauchGänge
Nur nach telefonischer Reservierung!!
21.4. Essen im Hof
24.4. Essen im Hof
28.4. offener Abend (nur 2 Gerichte)

weitere Termine folgen...
Tele/Fax 030 28 09 56 40
/ --> www.zagreus.net

Besichtigungstermine ohne das Menü möglich
Termin bitte nach Absprache:
>> mail@p-geist.de





TAUCHGÄNGE
Riverine Zones 2006 - 2009
Installation von Philipp Geist

Der Berliner Multimediakünstler Philipp Geist zeigt in der Galerie Zagreus-Projekt seine Video-Raum-Installation 'Tauchgänge'. In den Räumen, in welchen vor ca. 100 Jahren ein jüdisches Frauenbad war, kombiniert er Auszüge aus dem Wasser-Projekt 'Riverine Zones' mit Videoarbeiten zum Thema Wasser.

Für das Projekt 'Riverine Zones' macht Geist Unterwasser-Videoaufnahmen von internationalen Fließgewässern. Seit 2006 filmt er die unmittelbare und doch ferne Realität unter der Wasseroberfläche. Es entstehen Bilder, deren Ästhetik teils realistisch-dokumentarisch, teils fremdartig, abstrakt und unscharf wirken und mal farbintensiv, mal monochrom sind.

Geist stellt die Unterwasserwelten verschiedener Metropolen und Orte gegenüber: Bisher hat er 19 internationale Flüsse gefilmt, darunter sind Chicago River (Chicago / USA), Dâmbovita (Bucharest/ Romania), Donau (Regensburg), St. Laurent (Montreal/ Canada), Daugava (Riga/ Litvia), Spree (Berlin/ Germany), Tevere/ Tiber (Rome/ Italy), etc.

Jeder Tauch-Gang führt in eine neue Wasserwelt, in der kulinarischer Genuss und künstlerisches Konzept eine Einheit bilden. Ein Experiment, in dem die Gäste in das Bild eintauchen und so in das Kunstwerk integriert werden.


Berliner Kunstkontakter - Web Movie

mehr Information:
www.zagreus.net
riverine.videogeist.de
www.p-geist.de
www.videogeist.de


4 TauchGänge

Zur Installation Tauchgänge von Philipp Geist, servieren wir das Menü
4 TauchGänge mit Fischen aus Brandenburger Seen und Flüssen.


Tomatisierte Fischconsommée mit kleinen Hechtklößchen
2007 Grauburgunder Kabinett, Schelinger Kirchberg, Kaiserstuhl

Kräuteraal in Rieslinggelee mit gelbem Linsensalat und Estragon
2006 Riesling Kabinett, Weingut Becker, Pfalz

Gefüllter Zander im Ganzen mit Flusskrebsfarce,
Fenchelrisotto mit Sternanis und Béchamel mit Pastis

Safraneis mit Rosenblütengelee und Trauben mit Minzkrokant
2006 Riesling Quarzschiefer, Weingut Altenkirch, Rheingau


Menü Pro person 32,00 EUR
Menü mit Weinbegleitung 46,00 EUR


ZAGREUS PROJEKT
Koch/Kunst/Galerie
Brunnenstraße 9a
10119 Berlin
Tele/Fax 030 28 09 56 40
www.zagreus.net

Seit über 8 Jahren arbeitet ZAGREUS PROJEKT an der Schnittstelle von Galerie und gastronomischer Einrichtung. Der Koch und Galerist Ulrich Krauss bietet Ausstellungen mit dem übergeordneten Thema der Nahrung im weitesten Sinne und eine konsequente Abwandlung gastronomischer Konzepte. In einem Zyklus von zwei Monaten werden KünstrerInnen eingeladen Installationen und künstlerische Eingriffe für diesen Raum zu schaffen. Vom Betreten bis zum Verlassen des Raumes soll der Besucher/Gast einen speziell gestalteten Durchlauf erleben.

Die künstlerischen und kulinarischen Konzepte ergänzen sich und sind so aufeinander abgestimmt, dass eine Einheit oder Symbiose entsteht. Es weden in Kooperation mit den jeweiligen Künstlern verschiedenste Möglichkeiten der Essenszubereitung, der Präsentation und des Verzehrs erarbeitet.

Im Laufe der letzten Jahre wurden unterschiedliche Ansatzpunkte sowohl im künstlerischen als auch alltäglich - gesellschaftlichen Bereich ausgelotet und im Crossover dieser Bereiche wurden viele Möglichkeiten der Thematisierung von Nahrung durchgespielt. Von alten Rezepturen und herkömmlichen gastronomischen Verfahrensweisen bis zu experimentellen Demonstrationen oder grenzenüberschreitenden Situationen reicht die Pallette der Präsentation von Speisen, deren Grundlage immer die Hochwertige Qualität der Nahrung bildet.

ZAGREUS PROJEKT ist ein Geheimtip für Menschen die ungewöhnliche Formen der Kunstrezeption und eine exclusive Zubereitung von Speisen lieben.